Portofino


Portofino (ligurisch Portofinlateinisch Portus Delphini) ist eine italienische Gemeinde mit 460 Einwohnern in Ligurien und liegt östlich von Genua. Ihr Territorium ist mit zwei Quadratkilometern das kleinste in der Provinz Genua.

Portofino liegt im westlichen Abschnitt des Golfo del Tigullio an einer Bucht der gleichnamigen Halbinsel. Von der RegionalhauptstadtGenua ist die Gemeinde circa 36 Kilometer entfernt. Die Halbinsel von Portofino stellt die geographische Trennlinie zwischen dem Golf von Tigullien und dem Golfo Paradiso dar.

Die Nachbargemeinden von Portofino sind Camogli und Santa Margherita Ligure. Mit diesen beiden Gemeinden verwaltet Portofino dasMeeresschutzgebiet Portofino, in welchem es sich befindet. Zudem gehört die Gemeinde zum Naturpark Portofino.

Die exponierte landschaftliche Lage des Naturhafens hat nicht zuletzt durch den Zuzug von Prominenten den Ort weltbekannt gemacht. Die touristische Infrastruktur stößt dadurch regelmäßig an ihre Grenzen.


Geschichte
Nach Plinius dem Älteren wurde der Ort vom Römischen Reich unter dem Namen Portus Delphini (Delfinhafen) gegründet.[2]Wahrscheinlich bezieht sich der ursprüngliche Name auf die starke Verbreitung dieser Meeressäuger im Golf von Tigullien. Das Fischerdorf wird in einer Urkunde aus dem Jahr 986 erwähnt, in der Adelheid von Burgund, die Frau von Lothar II., die Gemeinde der nahegelegenen Abtei von San Fruttuoso schenkt. Heute unterliegt die Abtei der Verwaltung von Camogli.
1171 wurde das kleine Dorf zusammen mit der nahegelegenen Stadt Santa Margherita Ligure unter die Verwaltungshoheit von Rapallogestellt. Ab dem Jahr 1229 wurde Portofino, wie auch das gesamte Territorium von Rapallo, ein Teil der Republik Genua. Dadurch konnten die genuesischen Handelsschiffe den geschützten Naturhafen des Ortes als Zuflucht nutzen.
1409 wurde Portofino von dem Französischen König Karl VI. an Florenz verkauft. Kurze Zeit darauf wurde der missliebige Regent jedoch aus Genua vertrieben und die Ortschaft an Genua zurückgegeben. Im weiteren 15. Jahrhundert wechselte die Verwaltung von der Familie der Fregosi zu den Familien der SpinolaFieschiAdorno und Doria. 1608 wurde Portofino dem Hafenamt von Rapallo unterstellt.
Im Jahr 1815 ging die Gemeinde, entsprechend dem Wiener Kongress (1814-1815), zusammen mit den anderen Gemeinden der Republik von Genua in das Königreich Sardinien über. 1861 wurde Portofino in das Königreich Italien eingegliedert. Während des Zweiten Weltkrieges wurden bei der nahegelegenen Ortschaft Olivetta zwanzig Partisanen von faschistischen Soldaten erschossen. Die Erschießung, die in der Nacht vom 2. auf den 3. Dezember 1944 stattfand, erfolgte auf Befehl des Polizeichefs von Genua Friedrich Engel[3]. Zwischen August und Oktober 1943 operierte auch eine deutsche Seenotfliegerstaffel von Portofino.


Sakralbauten
Die Chiesa di San Giorgio

Die romanische Chiesa di San Giorgio aus dem 12. Jahrhundert wurde nach ihrer kompletten Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1950 rekonstruiert. In der Kirche werden die Reliquien von Sankt Georg aufbewahrt.
Im historischen Teil von Portofino steht die Chiesa di San Martino. Sie wurde wahrscheinlich im 12. Jahrhundert errichtet und ist wie auch die Chiesa di San Giorgio in romanischem Stil gehalten. Sie ist dem Heiligen Martin von Tours geweiht.
Im Ort befindet sich außerdem das Oratorio di Nostra Signora dell’Assunta, das der Unbefleckten Empfängnis gewidmet wurde und Sitz einerBruderschaft ist. Das Oratorium wurde im 14. Jahrhundert errichtet und im 15. Jahrhundert teilweise umstrukturiert. Dabei ging der ursprüngliche Charakter weitestgehend verloren. Das Hauptportal besteht aus Schiefer und stammt aus der Renaissance. Darüber befindet sich eine Lünette aus dem Jahre 1555, das in einem Flachrelief Maria mit Kind umgeben von den lokalen Glaubensbrüdern darstellt. Im Innenraum stehen zwei Prozessionskreuze, ein weißes und ein schwarzes, die 105 beziehungsweise 115 Kilogramm wiegen und auch heute noch zum Patronatsfest zur Prozession getragen werden.
Literatur und Film
Portofino ist der Schauplatz der 1922 hier im Castello Brown entstandenen Novelle Enchanted April (Verzauberter April) der britischen Autorin Elizabeth von Arnim sowie des gleichnamigen Films des Regisseurs Mike Newell (1992). Im Film "Come September" von 1961 mit Gina Lollobrigida und Rock Hudson in der Rolle des reichen Robert L. Talbot diente das Luxus-Hotel Splendide oberhalb von Porto Fino als Talbots Villa, die während dessen Abwesenheiten vom Dienst-Personal als Hotel betrieben wurde.
Am Golf von Tigullien und in Portofino wurden in den 1990er Jahren eine Reihe weiterer italienischer, aber auch ausländischer Kinofilme gedreht.
1995 wählten Michelangelo Antonioni und Wim Wenders Portofino als Kulisse für den Film Al di là delle nuvole mit John Malkovich und Sophie Marceau. Außerdem spielten die amerikanischeSoapopera Reich und Schön und das italienische Pendant CentoVetrine für einige Folgen in der Gemeinde.
Portofino wurde in den Vereinigten Staaten von Amerika von den Universal Studios von Orlando in Florida nachgebaut.
Gemeindepartnerschaften

Portofino unterhält Partnerschaften mit der irischen Stadt Kinsale sowie mit der spanischen Inselstadt Palma de Mallorca.

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